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Fahrschule Oscar Berlin

 

Führerscheinauffrischung, Fahrerlebnisse und meine wiedergewonnene Freiheit.

hatte ich vor fast 2 Jahren. Ich hatte das Glück eine Fahrschule zu finden, die genau meinen Ansprüchen entsprach und doch ging ich mit etwas Unbehagen in meine erste Fahrstunde. Ich hatte zwar schon den Führerschein, war aber gute 20 Jahre nicht mehr am Steuer gewesen.

Die Gefühle hinter einem Lenkrad zu sitzen waren Angst einflößend und Freude zugleich. Die Fahrt sollte beginnen. Mein Fahrlehrer mit viel Humor ausgestattet, half mir dieses Auto in Gang zu bringen. Oh mein Gott, es klappte nichts, ich war wie betäubt, alles so viel und so aufregend.

Ich hatte das Gefühl der Wagen ist so groß, so breit, so schnell und doch führen wir gerade zurück. Ich war total überfordert. Das Auto in den Griff zu bekommen  schien mir fast unmöglich. Nach gefühlten 10 Stunden Fahrt, war ich nach 2 Stunden völlig kaputt und müde, doch auch stolz diesen Weg endlich gegangen zu sein.

Ich hatte lange diesen Wunsch einfach mal wieder zu fahren, doch diese vielen Ausreden halfen mir es nicht zu tun. Doch jetzt war der erste Schritt gemacht und ich wusste "jetzt geht es weiter!!". Ich hatte viele aufregende Fahrstunden die mich forderten und förderte.

Ich hatte verdammtes Glück mit Detlef meinem Fahrlehrer, der immer und immer wieder die Geduld aufbrachte mir Mut zu machen und schwierige Situationen zu meistern. Mein Ziel war es mir irgendwo ein Auto zu mieten und einfach mit Freude eine Fahrt ins Blaue zu machen. Nach gut 3 Monaten war es soweit.

Detlef war der Meinung der Zeitpunkt wäre gekommen jetzt den ersten Kleintrip zu wagen. Ich war so aufgeregt und spiele nachts einige Situationen in Gedanken durch .................und der Tag kam. Meine erste Fahrt!!!! Ich also rein ins Autovermietungsgeschäft und bestellte mir ein kleines Wägelchen.

Ich bekam die A- Klasse für mein Begriff und meine Gefühle ein Panzer, aber egal jetzt musste es sein. Ich steige in das Auto und brauchte eine halbe Stunde um erst einmal mit dem Innenleben klar zu kommen. Alles war so anders, alles war neu … und ich sollte aus dem Parkhaus fahren.

Eine solche Herausforderung, die nur jemand verstehen kann, der genau wie ich, dass noch nie gemacht hatte. Ich hatte ja Gott sei Dank eine Freundin dabei -> ein Fahrprofi möchte ich mal sagen und Sie half mir durch diese Situation. Allein das Runterfahren sorgte dafür, dass ich schweißnass und keine spucke mehr hatte.

Ich hatte so etwas noch nie gemacht und meine (unsere Angst ??) ließ mich so vorsichtig wie möglich fahren, denn der Wagen war neu und ich auch. Nach gut 15 Minuten hatte ich es geschafft und war mit Abstand der glücklichste Mensch an diesem Morgen, doch es sollte noch viele Herausforderungen auf mich warten.

Wir fuhren durch die Stadt Richtung Autobahn. Ich schaute in den Spiegel ob das Auto auch immer noch in der Spur war. Es sind Kleinigkeiten, die dich immer wieder beschäftigen und ständig ging mir durch den Kopf was ich gelernt hatte. Abstand Halten und den Blick über die Schulter nicht vergessen, den Spiegel benutzen und die Geschwindigkeit beachten.

Es waren so viele Dinge, für die ich jetzt alleine verantwortlich sein wollte und sollte, und doch hatte ich das Gefühl -> Du musst noch viel, viel besser werden. Ich hatte dann das Problem einparken, eines welches mich immer noch plagt,  mit Hilfe hat es dann doch geklappt.

Es war meine erste große Fahrt, die vor Aufregung kaum zu toppen war, dachte ich, doch es sollten noch viele aufregende Fahrten folgen, was ich erst später erkanne. Meine erste Fahrt ins Blaue hat hervorragend geklappt, doch wenn Du denken solltest, das ich jetzt alles geschafft hatte  und fahren konnte  -> dann muss ich Dir sagen du kannst das Fahrzeug bewegen doch fahren kannst du noch nicht.

Diesmal sollte ich erfahren wie man lernt Situationen einzuschätzen, die ganz anders sind. Es war ein Sonntag, der schöner nicht hätte sein können. Die Sonne knallte schon morgens und ich war ja jetzt ein Autofahrer der alles kann -> dachte ich. Ich hatte einen Kleinwagen gemietet und ich ging ins Parkhaus -> alles war bis jetzt wie beim letzten Mal.

Ich wollte das Auto öffnen, dieses mal war es ein Golf und nichts - > das Auto ging nicht auf. Ich drückte ständig auf den Türöffner und nichts. Also wieder runter zur Mietzentrale, mein Problem erklärt und ein leichtes Lächeln auf den Gesichtern der Herren, die dachten schön doof, wahrscheinlich bekommt das Auto nicht auf und ein Herr kam mit.

Ich hoffte im innersten (oh lass mich recht behalten, ich möchte nicht als dumme Tussi) da stehen und ich sollte Recht behalten. Die Batterie war leer. Ein neues Auto sollte so schnell wie möglich her und das kam auch prompt. Diesmal war es ein Volvo V70 220 PS Kombi, ich konnte nicht glauben was für ein Riesen Schlachtschiff da ankam.

Er war groß, sehr groß und diesmal war ich mega überfordert mit dem Auto. Wie sollte ich den aus dem Parkhaus bekommen, so breit, so lang, so riesig. Der Herr von der Zentrale sprang mit ins Auto und sagte mir „wenn Sie den runter bekommen dann kann nichts mehr schief gehen“.

Ich brauchte so viel Mut dieses Geschoss in Gang zu bringen, dass ich nur einen Gedanken hatte, du schaffst das – du schaffst das. Es ging – Bremsen, Gas, Bremsen, Gas bis ich unten war. Endlich rausgekommen. Der Schweiß rannte mir, ich weiß nicht wohin überall.

Ich wollte nur raus aus dem Parkhaus, trank erstmal 1 Liter Wasser, der Herr sprang aus dem Auto, wünschte mir eine gute Fahrt und los ging es. Die Straße schien mir zu klein, zu eng und das Auto zu groß. Das erstaunliche aber war, dass ich nach 30 Minuten ein angenehmes Gefühl bekam.

Ich merkte, das Auto fährt sich toll, so leicht und meine Anspannung verging. Jetzt hieß es eine Autobahneinfahrt nicht zu verpassen und sich richtig einzuordnen. Beschleunigen und rauf auf die Autobahn. Es war geschafft, ich fühlte mich großartig. Ich unterschätze aber die Schnelligkeit mit der dieses Auto unterwegs sein könnte und wie schnell das ging.

Ich wunderte mich warum alle so langsam waren. Dass lag aber daran, dass ich einfach zu schnell war, was mir auch schnell klar wurde, denn meine Tachonadel ließ mich erschrecken. Und da war wieder der gute Geist (Detlef) in meinen Gedanken (auf Geschwindigkeit achten, Abstand halten, vorsichtig sein.)

Schnell ging ich vom Gas und ordnete mich brav auf der Mittelspur ein. Ich hatte ein gutes Fahrgefühl in diesem Wagen, doch wie sollte ich dieses Fahrzeug einparken (mein größtes Problem), es musste ein Riesen Parkplatz her, aber wo!?! Ich fuhr und fuhr und ich glaubte schon ich fahre  bis der Spritt ausgeht.

Was solls, er war groß, breit und einfach perfekt.

Ich parkte ein und atmete tief durch, das war geschafft. Wenn man irgendwo hinfährt muss man ja auch wieder zurück. Die Fahrt klappte gut, das Auto musste neu betankt werden und da war es wieder, dieses Gefühl. Komme ich richtig an die Tankstelle und wo bitte ist der Tankdeckel und die geht er auf.

Schweißausbruch!!! Was nun -> eine Schlange hinter mir und meine Nervosität stieg. Alles lief bis jetzt so gut und dann so was. Ein Herr half mir und weiter ging es. Na gut dachte ich, jetzt geht’s nach Hause. Tja da war sie, die Situation, die mir das Blut gerinnen lässt. Ein Moment der mir fast den Tag versaut hätte „der berühmte Radfahrer“.

Ich hatte keinen  Schulterblick gemacht und ihn fast umgenietet, bremste aber sofort und noch mal Glück gehabt. Der Radfahrer schießt mir einen bösen Blick zu – und leider mit Recht. Ich war nicht aufmerksam genug. Mensch dachte ich, so ein Leichtsinn, dass darf nie wieder passieren.

Ich fahre ganz vorsichtig weiter, meine Knie zittern immer noch. Ich lenke ins Parkhaus ein und verpasse die richtige Einfahrt, ah so ein Mist. Rückwärtsgang und noch mal. Jetzt passte nicht der Abstand zum Ziehen der Parkkarte. Egal dachte ich, stieg aus und holte den Schein, fuhr das Auto hoch und wollte nur nach Hause.

Der Tag hat mich gefühlte 2000 Kcal gekostet. 2 Liter Wasser brauchte ich um nicht auszutrocknen und die Müdigkeit machte sich dann breit. Ich bin endlich zu Hause, der Tag war aufregend, zu aufregend. Lässt mich aber nicht verzweifeln, es geht weiter.

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